Friedensweg Mogersdorf

Mogersdorf weist eine bewegte Geschichte auf. Am 1. August 1664 besiegte ein christliches Heer aus österreichischen, deutschen und französischen Truppen am Raabfluss die Türken und verhinderte damit die Ausbreitung des osmanischen Reiches nach Westen. Tausende Menschen verloren dabei ihr Leben.
Der Friedensweg soll aber weder die Grausamkeiten der Vergangenheit dokumentieren, noch soll er in heroischer Weise den Sieg der abendländischen Kultur darstellen, sondern er soll interessierten Personen die Möglichkeit geben, sich auf historischem Boden dem Thema Frieden zu nähern. Nicht Feindschaft und Hass sollen im Mittelpunkt stehen, sondern Toleranz und Frieden, welche einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten können.
Einen möglichen Einstieg zum Friedensweg bildet der „Gedenkraum 1664“ am Schlösslberg, ein dreiteiliger Museumsraum, der anschauliche Informationen zur militär- und staatshistorischen Geschichte der damaligen Ereignisse enthält.
Sanft über die Höhenlinien bergab geht es auf einem Wiesenpfad zur Station „Aufeinander schaun“. Diese ist geprägt von Spielmöglichkeiten, die unterschiedliche Sichtweise der umgebenen Landschaft durch die Kaleidoskope oder die Geisterwand eröffnen, aber die auch zu aktivem Spielen mit dem überdimensionalen Glockenspiel und der Hangrutsche animieren sollen. Entlang des Waldrandes fließt der Friedensweg in die Station „EPU – Europäisches Universitätszentrum für Friedensstudien“ ein, in der jährlich neu angefertigte Studentinnen- und Studentenarbeiten ausgestellt sind. Hier werden Friedensthemen in Form von Bildern und Collagen präsentiert.

Die daran anschließende Kreuzung bietet 2 Möglichkeiten:
Rechts abbiegend führt der Friedensweg durch den Wald bis er in eine Waldlichtung mündet. Diese Station „Über die Grenzen“ bietet einen freien Blick ins angrenzende Ungarn mit den Ortschaften Windischdorf und Unterzemming und beschreibt die sozialgeschichtliche Verwandtschaft mit diesen Nachbarn.
Links abbiegend liegt im Grünen eingebettet die Station „Anders aber gleich“. Innerhalb einer kreisrunden Holzlamellenbank laden sechs unterschiedlich gestaltete Flächen zur individuellen Meditation und zum Beten ein.
Den Schlösslberg erklimmend erreicht man den Höhepunkt des Friedensweges: Die Station „Gedenktstätte Schlösslberg“. Auf den Mauerüberresten der im 2. Weltkrieg zerstörten neugotischen Kapelle wurde im Jahre 1964 nach fast 20 Jahren Ruinedasein der Neubau der Gedenkstätte nach den Plänen von Ottokar Uhl errichtet. „Den Toten beider Lager gewidmet, verewige es nicht Feindschaft und Hass, vielmehr sei es Zeugnis unserer Bereitschaft zu Toleranz und Frieden“. Über alle Grenzen hinweg verkünden die weißt getünchte Kapelle und das 15 Meter hohe Betonkreuz die Botschaft von der Freiheit und Würde des Menschen.
Am westlichen Ortsbeginn von Mogersdorf befindet sich die Station „Friedensstein und Weißes Kreuz“. Das Weiße Kreuz von 1840 und der Friedensstein von 1984 symbolisieren das Grundthema des Friedensweges: An die Stelle des alten Kriegs- und Heldengedenkens tritt der Gedanke an die Opfer auf beiden Seiten, die am 1. August 1664 ihr Leben verloren haben. Nur wenige Meter davon entfernt liegt die „Annakapelle“, die zum Gedenken an den christlichen Sieg um 1670 errichtet wurde und im Rahmen des Friedensweges an die sich für den Frieden engagierenden erinnern soll.

 

Länge des Friedensweges: gesamt 4 km, Schlösslberg 1 km

Gehzeit: gesamt 1,5 Stunden, Schlösslberg 30 min.

 

Auf Wunsch vermitteln wir Ihnen Erlebnisführungen mit professionell geschulten Naturparkführern.

Nice views, With refreshment stops, Suitable for families and children, Cultural/historical value

Tourdaten

  • Strecke: 3.7 km
  • Dauer: 2 h
  • Aufstieg: 110 m
  • Abstieg: 15 m
  • Schwierigkeit: 2
  • Kondition: 3
  • Technik: 3
  • Höhenlage: 226 - 321 m

Alle Informationen finden Sie unter:

Online Routenplaner


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