Römermuseum

Die urkundlich erstmalig 1387 erwähnte Marktgemeinde St. Martin/Raab mit der weithin sichtbaren spätbarocken Pfarrkirche beherbergt wichtige römerzeitliche Fundstätten. In St. Martin/Raab werden alljährlich mit Unterstützung des Naturparks Raab, des Bgld. Landesmuseums und der Marktgemeinde Ausgrabungen unternommen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, ein Stück der römischen Vergangenheit des Ortes zu dokumentieren. Durch Luftbilder und geophysikalische Messungen wurden die Reste eines römischen Gutshofes (Villa rustica) geortet, der aus einem Wohngebäude und mehreren Wirtschaftsgebäuden bestand. Hier wurden 1997 erste Ausgrabungen durchgeführt. Auf einer Ost-West gerichteten Terrasse konnten Reste römischer Hügelgräber und Grabbauten, die eine Gräberstraße bilden, festgestellt und zum Teil bereits freigelegt werden. 1997 und 1998 wurden zwei Grabbezirke mit den Fundamenten zweier Grabbauten ausgegraben. Der eine Grabbau konnte zeichnerisch rekonstruiert und in der Ausstellung anhand der vorgefundenen originalen Architekturfragmente dargestellt werden. Die Untersuchung und teilweise Wiederherstellung einer römischen Gräberstraße in Verbindung mit einer Siedlung bietet der Archäologie ein einzigartiges Forschungsprojekt dessen Ergebnisse auch dem Besucher anschaulich gemacht werden sollen. Im Ausstellungsraum am Hauptplatz werden die neuesten Funde aus den Grabungen gezeigt. Die Grenzsituation von St.Martin/Raab - in der Römerzeit am westlichen Rand der Provinz Pannonien - wird in der Gegenwart durch den Dreiländerstein versinnbildlicht.



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