Gerersdorf-Sulz
Das Museumsdorf


Die Erinnerung daran, daß der Ort einst ein Schloß besessen hat, ist bei der Gerersdorfer Bevölkerung bis heute lebendig geblieben. Darauf weist uns vor allem der Name „Taborriegel“ hin, den die Wasserburg im Volksmund führt. Die Überreste jener Wasserburg sind heute südwestlich von Gerersdorf in der Wiese am rechten Ufer des Zickenbaches zu sehen. Bemerkenswert in der Anlage ist vor allem der gut erhaltene Rest eines durch einen einfachen Wassergraben geschützten herrschaftlichen Gebäudes. Das Mittelwerk dieses sogenannten „Rundlings“ ist durch Aufschüttung des Aushubmaterials aus dem Graben um rund einen Meter gegenüber dem umliegenden Gelände erhöht. Der Durchmesser beträgt etwa 11 m. Der Baumbestand bildet sich vor allem aus Obst- und Eichenbäumen sowie aus Weidenbuschwerk. Im nordöstlichen Viertel ist der Graben mit Wasser gefüllt, im übrigen ist er durch den reichlichen Pflanzenbestand als versumpft zu betrachten, nur im Südwesten ist eine landfeste Stelle anzutreffen. Der umgebene Graben weist eine Sohlenbreite zwischen zwei und drei Meter auf, die Böschung zum Mittelwerk ist relativ flach und durchwegs rund sechs Meter breit. Der Graben wurde damals vermutlich aus dem etwa 100 Meter entfernten Zickenbach mit Wasser versorgt. In einer Mulde, die sich im Nordwesten ein Stück verfolgen läßt, können wir wahrscheinlich die Überreste des ehemaligen Zulaufes sehen. Die Plattform des Rundkegels ist verhältnismäßig klein, was die Vermutung nahe legt, daß sich darauf ein turmartiges Gebäude befand. Der eigentliche Hof mit den Wirtschaftsgebäuden war oben im Dorf.


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