Kobersdorfer Sauerbrunnen

Die Dorfquelle wurde der Überlieferung nach bereits im 16. Jhd., als Johann Csóroh von Devecser Grundherr von Kobersdorf war, von der Bevölkerung entdeckt. Man hätte beobachtet, dass die Büffel und Langhornrinder der Herrschaft auf dem aufgestampften Platz, wo sich heute die Dorfquelle befindet, eine ganz besondere Vorliebe für ein bestimmtes Wasserloch hatten. Tatsache ist, dass man auf das besonders erfrischende Wasser aufmerksam geworden war und es ab nun auch für den eigenen Gebrauch verwendete. Das die Dorfquelle schon in alter Zeit bekannt war, erhärtet der Bericht vom großen Wasser, das im Jahre 1696 den Steg zum Sauerbrunnen weggerissen hatte. Der Platz hieß bis zum Jahr 1910 Brunnenplatz und wurde dann zu Ehren von Kaiserin Elisabeth im Elisabethpark umgetauft.

Inzwischen war aus dem ursprünglichen Wasserloch ein richtiger Brunnen geworden, der von starken Eichenbrettern eingefasst war. Das Wasser holte man mit einem langen Holzhacken herauf. Eine Erleichterung für die Benützer bot eine 1920 montierte Handpumpe, und so konnte die Dorfbevölkerung täglich frisches Trinkwasser nach Hause tragen. Die dabei verwendeten tönernen Plutzer gingen jedoch bei unachtsamer Behandlung sehr leicht zu Bruch, was immer wieder Anlass zu kleineren Familientragödien gab.

Es wird kaum einen Kobersdorfer geben, der dazu keine Geschichte erzählen könnte. 1830 wurde das Wasser erstmals analysiert. Der Apotheker Würzler fand heraus, dass es sich um einen alkalischen Säuerling handelt, dessen Inhaltsstoffe Natrium, Kalzium, Magnesium und Eisen sich besonders zu Kur für Magen- Darm und Blasenleiden eigneten. 1957 wurde die Dorfquelle neu gefasst und zehn Jahre später in nächster Nähe eine neue Quelle erschlossen. Neue Untersuchungen erklärten den Kobersdorfer Säuerling zum Heilwasser. Der ursprüngliche Brunnen steht beim Parkeingang und ist mit einem Gitter abgedeckt. Mit der Inbetriebnahme der neuen Dorfquelle, die in einem schönen Pavillon sprudelt, wurde die erste Ortssauerquelle geschlossen.

Das Kobersdorfer Mineralwasser heißt „Waldquelle“ und wird kommerziell genützt. Für Einheimische und Besucher gibt es eine Gratis- Apzapfstelle, die tagsüber (bis ca. 20.00 Uhr) geöffnet ist. Das Wasser ist heilsam für alle inneren Organe und ein reines Naturwasser. Flaschen sind im sternförmigen Häuschen aus Holz und Glas mit vier Becken in der Mitte schnell zu befüllen. Wer dieses Wasser als Gesundbrunnen wählt, ist gut beraten, sich in Stoob mit Tongefäßen einzudcken.



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