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Burgenländische Geheimnisse

Burgenländische Geheimnisse

Kuriose Fakten über die Sonnenseite Österreichs

Wie steht es mit Ihrem Wissen über das Burgenland? Geschichtliche Eckdaten und grundlegende Fakten sind interessant. Wir haben ein bisschen tiefer gegraben und eher Unbekanntes für Sie vorbereitet.

Die wichtigsten Fakten kurz zusammengefasst: Mit 101 Jahren sind wir das jüngste Burgenland Österreichs. Eisenstadt ist seit 1925 Landeshauptstadt. Alpine Landschaften gibt es bei uns nicht. Vielmehr liegen wir zwischen den letzten Ausläufern des zentraleuropäischen Gebirges und der Ungarischen Tiefebene. 884 Meter misst unser höchster Berg, der Geschriebenstein. Gleichzeitig findet man hier auch den tiefsten Punkt Österreichs, und zwar in Apetlon mit 114 Meter über Meereshöhe. An durchschnittlich 300 Tagen im Jahr scheint die Sonne. Das verdanken wir dem milden, pannonischen Klima. Ein Drittel der gesamten Fläche steht unter Landschaftsschutz. Die Bewahrung der Natur geht also über den Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel und die sechs Naturparke hinaus.

Das Grundlegende wäre dann mal abgedeckt. Jetzt geht es an Fakten über das Land der Sonne, die man vielleicht noch nicht wusste. In diesem Beitrag dreht sich alles um Frieden, gut gehütete Familiengeheimnisse, verborgene Schatzkammern und mehr. Es erwartet Sie ein kultureller Streifzug der besonderen Art. Und wenn Sie Lust auf mehr bekommen haben: Ab zum Ort des Geschehens! Hier gibt es eine Reihe an Museen, die einen Blick in die Vergangenheit werfen.

Der Name "Burgenland"

Dass das Burgenland seinen Namen den zahlreichen Burgen zu verdanken hat, ist ein Irrtum. Tatsächlich befindet sich heute keine der namensgebenden Burgen mehr auf burgenländischem Gebiet. Der Name setzte sich nämlich aus den drei ungarischen Komitaten Wieselburg, Eisenburg und Ödenburg zusammen. Als das ehemalige Deutsch-Westungarn im Jahre 1921 offiziell Teil der österreichischen Republik wurde, behielt man den Namen bei. Schon nach dem Zerfall der Habsburger-Monarchie 1918 wurde die Forderung laut, frei über die nationale Zugehörigkeit entscheiden zu können. Es folgten der bekannte "Friedensvertrag von St. Germain" sowie das "Venediger Protokoll", die das Burgenland Österreich zusprachen.

Ein Zentrum des Friedens

Urkundlich erwähnt wurde die Burg Schlaining erstmals im Jahr 1271. In den turbulenten Zeiten des Kalten Krieges wurde die Idee geboren, eine Friedensburg zu schaffen. So wurde die Burg Schlaining ein Zentrum für Dialoge zwischen Ost und West. Seit 1987 ist hier das Österreichische Studienzentrum für Friede und Konfliktlösung zuhause. Eines der bedeutendsten Ausstellungsstücke ist Sadakos Kranich. Das kleine Mädchen wurde im Alter von zwei Jahren Zeugin der Atombombe in Hiroshima. Mit zwölf Jahren erkrankt sie an Leukämie - eine Langzeitfolge der Strahlung. Einem alten japanischen Glauben nach hat man einen Herzenswunsch frei, wenn man 1.000 Papierkraniche faltet. Daran versucht sich das Mädchen, doch nach Vollendung dieser Aufgabe stirbt sie mit zwölf Jahren an den Folgen der Krankheit. Die gefalteten Kraniche wurden über die ganze Welt verteilt. Einer findet sich auf der Friedensburg und auch im Logo selbst.

Das Rennen um die Landeshauptstadt

Ursprünglich war Ödenburg als Landeshauptstadt des Burgenlandes geplant. In einer Volksabstimmung im Dezember 1921 wurde jedoch beschlossen, Ödenburg (Sopron) sowie acht weitere Gemeinden bei Ungarn verbleiben zu lassen. Ein neuer Standort musste also her. Zur Überbrückung wurde die Verwaltung des Landes in die Villen des Kurorts Bad Sauerbrunn sowie in die heutige Martinskaserne in Eisenstadt verlegt. Ins Rennen gingen Bad Sauerbrunn, Eisenstadt, Mattersburg und Pinkafeld. Eisenstadt geht aus dem Rennen als Sieger hervor - unmittelbar vor der Abstimmung im Landtag zieht Mattersburg seine Kandidatur zurück, weil man Bad Sauerbrunn den Vorzug geben wollte.

Heilquellen seit 1620

Unter der Familie Batthyány wurde der Badebetrieb in Bad Tatzmannsdorf schon ab 1620 massiv ausgebaut. Heute zählt der Kurort im Südburgenland zu einer der größten Tourismusgemeinden des Bundeslandes. Gleich drei natürliche Heilvorkommen zählt man hier. Moor, Kohlensäure und Thermalwasser werden in den unterschiedlichsten Behandlungen angewandt. 1889 findet man in den Aufzeichnungen die ersten Erwähnungen von der heilenden Kraft des Moores. Das Thermalwasser sprudelt aus einer Tiefe von 896 Metern an die Erdoberfläche. Dort kommt es mit 34 Grad Celsius an und bietet in den Thermen und Wellnesshotels der Gemeinde pure Entspannung und gesundheitliche Vorteile. Mehr zur Geschichte des Kurortes gibt es im Kurmuseum.

Chicago - die größte Stadt des Burgenlandes

Das Burgenland war in seiner Geschichte von massiven Auswanderungswellen betroffen. Gründe waren die wirtschaftlich angespannte Lage, politische Unruhen und die Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Vereinigten Staaten und Kanada wurden für viele zur neuen Heimat. Den Höhepunkt erreichte die Auswanderungsbewegung 1923. Besonders betroffen war dabei der Bezirk Güssing, der rund ein Viertel der ursprünglichen Bevölkerung verlor. Dabei machte sich vor allem Chicago einen Namen, denn hier siedelten sich besonders viele Burgenländer an. Die Schätzungen, wie viele Menschen das Leben im Burgenland gegen eines in Amerika eingetauscht haben, reichen von 66.000 bis zu weit über 100.000 Personen. Ein Ortsteil in Kittsee trägt den Namen "Chikago" und erinnert an diese prägende historische Phase.

Unentdeckte Schätze

Verborgen hinter dicken Mauern und mit einem komplizierten Schlosssystem gesichert liegen ausgewählte Schätze der Familie Esterházy. Die Schatzkammer ist eine der wenigen in Europa, die noch an ihrem Originalstandort erhalten sind. Besichtigungen sind nur zu bestimmten Zeiten und im Rahmen von kleinen Gruppen möglich. Denn die Konservierung und Erhaltung der Ausstellungsstücke ist nur durch ein aufwändiges System möglich. Zu sehen gibt es Drechselkunststücke aus Elfenbein, antike Möbel, Besonderheiten der Fauna, Flora und Ethnographie sowie exotische Kuriositäten. Kunst und Wissenschaft kommen in dieser verborgenen Sammlung natürlich auch nicht zu kurz. Mit der Schatzkammer der Burg Forchtenstein findet sich im Burgenland eine spannende Dokumentation der Vergangenheit. Hier lässt sich der Reichtum von Adelsfamilien ganz neu erleben.

Die zweitgrößte Familiengruft Österreichs

...findet sich in der südburgenländischen Stadt Güssing. Und auch in dieser Geschichte spielt die Familie Batthyány eine Rolle. Adam Graf Batthyány errichtete mit dem Franziskanerkloster auch eine Begräbnisstätte für die Familie, die bis heute genutzt wird. Nur die Kapuzinergruft in Wien ist größer. Rund 100 Sarkophage sind in der kreuzförmig angelegten Stätte gebettet. Die Gruft erstreckt sich unterirdisch über weite Teile der darüberliegenden Kirche und wurde sogar im Jahr 1969 erweitert. Zwar ist die Gruft nicht öffentlich zugänglich, sie kann aber bei Voranmeldung und auf Wunsch auch besichtigt werden.

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