Die Sesselmacherin aus Tschurndorf
Handgeflochtene Sesselsitze in tagelanger Kleinstarbeit


Wenn es um die Erhaltung von alten Handwerkstraditionen geht, sind die kleinen mittelburgenländischen Ortschaften Tschurndorf und Kalkgruben wahre Metropolen. Nur ein paar Hundert Seelen zählen die beiden Katastralgemeinden, in denen man Leute trifft, die Ostereier bemalen, Körbe flechten, Holzrechen und Nussknacker fabrizieren oder die aufwändige Handwerkskunst der geflochtenen Sesselsitze beherrschen und sich auch bemühen, dieses Wissen an Interessierte weiterzugeben.

In der Familie Felber von Tschurndorf sind es gleich zwei Personen, die alte Handfertigkeiten mit größter Begeisterung ausüben: Herr Felber ist ein Spezialist von Körben aller Art, Frau Felber wiederum hat es gelernt, aus Kukuruzstroh Sitze und Lehnen für Holzstühle anzufertigen.

Ganze 50 Stunden braucht sie, um den Sitz und die Lehne eines Stuhles zu flechten, wobei dies nicht die ganze Arbeit ist. Immer wieder geht das Ehepaar aufs Feld, um den richtigen Zeitpunkt für das Schneiden der Kolben zu erwischen. Dies darf nicht zu früh und auch nicht zu spät erfolgen, und der Regen kann auch einen Strich durch die Rechnung machen. Nach der Ernte werden die Blätter von den Kolben getrennt und getrocknet. Nun werden sie der Länge nach gerissen, sodass sich etwa zwei-Finger-dicke Streifen ergeben. Im Anschluss werden die Enden schräg abgeschnitten, um die einzelnen Blätter gut zusammenflechten zu können. Erst jetzt wird das Material wieder befeuchtet und zu langen Strängen gedreht und in den Sesselrahmen geflochten. Dies bedarf viel Handgeschick und undendlich viel Geduld. Der Hohlraum zwischen zwei geflochtenen Schichten wird zum Schluss mit dem restlichen Kukuruzstroh gestopft. Somit bleibt das Flechtwerk etwas elastisch aber sehr widerstandsfähig.

Seitdem der Kukuruz maschinell geerntet wird, ist es nicht mehr leicht, gutes Material zu finden. Außerdem werden in letzter Zeit neu angebaute Sorten bevorzugt. Frau Felber hat es aber geschafft, sich an die veränderten Gegebenheiten  anzupassen und so ist ihre Ware nach wie vor begehrt. Bei dem Aufwand verlassen aber nur wenige Sessel ihre Stube.

Jedes Jahr im November kann man die Arbeit von Frau Felber zusammen mit diversen Handwerksprodukten aus den umliegenden Ortschaften bestaunen und erwerben. Bei der Veranstaltung „In d´Stubm eini gschaut“ trifft man auf Christbaumschmuck, Strickereien, Taschenfeitel, Buckelkörbe und vieles mehr.

 

Christine und Wilfried Felber
Förstergasse 1
7331 Tschurndorf
T +43 (0)2618/8400

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