Das Burgenlandkroatisch
Kulturpflege über Sprachenpflege


Vor über 500 Jahren wanderten kroatische Volksgruppen in die Gebiete des heutigen Burgenlands, wo sie heute als anerkannte Minderheit – etwa sieben Prozent der Burgenländer – leben. In ungefähr 50 Ortschaften Burgenlands leben mehr Gradišćanski Hrvati, so die kroatische Bezeichnung der Burgenlandkroaten. 

Wie dies bei so vielen Minderheiten der Fall ist, gestaltet sich das Leben der Burgenlandkroaten zwischen sozialer Benachteiligung, Anpassung an die österreichische Kultur und die Bewahrung der eigenen Kultur und Sprache als schwierig. Die Anzahl der Sprecher des Burgenlandkroatisch nimmt ab und aus diesem Grund erweist es sich als wichtig, die Sprache zu pflegen. Das Burgenlandkroatisch ist eine eigenständige Sprache und im Burgenland selbst haben sich einige unterschiedliche Varietäten entwickelt. So ist es für einen Sprecher des Stinatzer Burgenlandkroatisch schwierig, den Dialekt, den man in Eisenstadt spricht, zu verstehen.
Die Vermittlung des offiziellen Burgenlandkroatisch wird teilweise im Bildungssystem angeboten – in Kindergärten einer kroatischen Ortschaft sollte zumindest ein Kindergärtner kroatisch sprechen, in der Volksschule gibt es zwei bis drei Stunden Unterricht pro Woche, im Gymnasium in Oberwart ist es erst seit 1992 möglich, die Matura auf Kroatisch zu absolvieren.

In den letzten Jahren entstanden eigene Zentren für Burgenlandkroaten, wie das „hkdc“ (Hrvatski kulturni i dokumentarni centar – Das kroatische Kultur- und Dokumentationszentrum) in Eisenstadt, das seinen Schwerpunkt auf das Bildungswesen gelegt hat sowie als bedeutender Herausgeber für zweisprachige Schulbücher und auch für Kinderliteratur in burgenlandkroatischer Sprache fungiert. Ebenso werden hier geschichtliche Dokumente gesammelt. In Wien gibt es das „Gradišćansko-hrvatski Centar“, das ein weites Feld an Angeboten, wie Sprachkurse oder kulturellen Veranstaltungen, aufweist.
Schon seit 1982 gibt es zudem das KUGA (Kulturna zadruga), das multikulturelle Zentrum in Großwarasdorf/Veliki Borištof.
Tägliche Informationen bietet im Internet die Seite der hrvatski novine. Im Radio Burgenland werden Sendungen auf kroatisch gestaltet und dort hören auch deutsprachige Burgenländer die zahlreichen Lieder der Burgenlandkroaten.

Eine andere Form, die kroatische Sprache lebendig zu halten, erfolgt über die aktive Pflege des Liedguts. Viele teils alte Volkslieder aus Kroatien, teils bereits in der neuen Heimat entstandene Lieder erzählen von eben jenen Problemen, mit denen die Minderheit umgehen muss.
In kroatischen Ortschaften wird die Sprache auch während der katholischen Messe und in den vielen Kirchenliedern gepflegt. Tanzgruppen veranstalten Liederabende und singen dort bekannte Lieder wie Lipoti je čuti, Oral jesam oder Ternjice, ternjice.
Aber auch die heuer 30 Jahre alte Rockgruppe Bruji, die ihren Stil selbst als „Krowodnrock“ bezeichnet, thematisiert diese Probleme: „Nema problema“ wurde zu einer Art Hymne der jungen Burgenlandkroaten.

 

 

Hrvatske Novine

Hotterweg 54/Na hataru 54
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7304 Großwarasdorf/Veliki Borištof
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office@kuga.at

Links

-> Gradišćansko-hrvatski Centar
www.hrvatskicentar.at
-> Hrvatske Novine
www.hrvatskenovine.at
-> kuga
www.kuga.at

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