Der Europäische Weiße Esel
Im Dienste der Weide


Auch wenn es unwahrscheinlich klingt: Es gab auf den Gutshöfen im Karpatenbecken auch Züchtungen, die nicht nur auf den wirtschaftlichen Nutzen eines Tieres abzielten. Der „Europäische Weiße Esel“, fälschlicherweise auch Albinoesel genannt, gehört wohl dazu. Wie viele andere Haustierrassen fand dieser Esel keinen Platz in der staatlich kontrollierten Agrarindustrie des Kommunismus, denn die Bestände in Ungarn lagen bald bei nur wenigen hundert Tieren.

Im Rahmen des Flächenmanagements in der Bewahrungszone des Nationalparks Neusiedler See - Seewinkel wurden ab 1993 auch die Wiesenflächen am südlichen Ende des Seedamms, am Sandeck, gepflegt. Das unebene Gelände machte es fast unmöglich, Schilf, Sträucher und Bäume durch Mahd zurückzudrängen. Für eine Beweidung war in diesem Teilgebiet keine Herde verfügbar. Der Zufall wollte es, dass Dr. Helmut Pechlaner, damals Direktor des Zoos Schönbrunn und noch heute Vorstandsmitglied der Nationalparkgesellschaft, Ende der 1990er Jahre in Ungarn auf die Weißen Esel stieß. Die wenigen Tiere waren gesundheitlich in einem eher schlechten Zustand, zudem war es schwierig, von anderen Züchtern Tiere zu bekommen.

Nach Überwindung der Anfangsschwierigkeiten konnte bald eine Herde mit rund 50 Tieren aufgebaut werden, die jetzt seit rund zehn Jahren das Sandeck „bearbeiten“. Als erster Wind- und Wetterschutz diente ein renovierter Holzschuppen, der früher von den Schilfschneidern genutzt worden war. Mit finanzieller Unterstützung eines Sponsors gelang es dann, auf der Bodenplatte eines ehemaligen Esterházy-Aufseherhauses stilgerecht einen Stall zu errichten. Die Herde kann also ganzjährig am Seerand bleiben.

Wozu sind die Weißen Esel gut? In ihren beiden Weidrevieren sorgen sie für eine artenreiche und niedrige Vegetation, wie sie ideal ist für die hier brütenden, rastenden oder Nahrungssuchenden Vogelarten. An mehreren Stellen halten sie den Sand des Seedamms frei von jeder Vegetation, wovon wiederum eine Reihe von Insekten profitieren. Und schließlich haben sich die gutmütigen Langohren mit ihren wasserblauen Augen zu einer Attraktion entwickelt – Familien mit Kindern nehmen gerne eine Wanderung oder Radfahrt in Kauf, um ins Sandeck zu kommen. In diesem Sinne sind also die Weißen Esel – zumindest für den Naturschutz – zu Nutztieren geworden.

 

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