Die Ofen- und Kaminmaurer von Neutal, Ritzing und Sigless
Burgenländisches Fachwissen auf Wanderschaft


Der erste Maurer, der sich in Neutal nachweislich auf den Bau von Schornsteinen und Kaminen spezialisiert hatte, arbeitete schon im 19. Jahrhundert für eine Firma aus Wien als Feuerungsmaurer. Ihm folgten im 20. Jahrhundert große Teile der Bevölkerung aus den burgenländischen Ortschaften Neutal,  Ritzing und Sigless. So waren in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts allein in Neutal über 100 Personen bei einer Firma des Feuerungsbaus beschäftigt.

Dass gerade hier eine so große Konzentration an Arbeitern eines so speziellen Berufs entstand, ist zum Teil mit dem Wesen dieser Tätigkeit verbunden: Kaminmaurer arbeiteten stets in kleinen Gruppen und waren von Auftrag zu Auftrag auf Wanderschaft. Daher konnte man das Fachwissen auch nicht in einer Ausbildung erlernen, sondern war auf eine mündliche Weitergabe des Könnens am Arbeitsplatz angewiesen. Meist wurde dieses Wissen von Generation zu Generation weitergegeben, denn die wandernden Arbeitsgruppen setzten sich oft aus Familienangehörigen zusammen. Bis 1918 verschlug es die Kaminmaurer oft in entlegene Gegenden der Monarchie. Später verrichtete man die Arbeit zwar meist in Österreich, aber trotzdem weit weg von zu Hause. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts arbeiteten die Kaminmaurer sogar oft in Ländern außerhalb Europas.

Heutzutage werden Schornsteine bevorzugter weise aus anderen Materialien errichtet und so ließ auch der Bedarf nach klassischen Ziegelkaminen nach. Für Verbesserungs- und Restaurierungsarbeiten wird auf das Wissen der burgenländischen Ofen- und Kaminmaurer auch heute noch zurückgegriffen.

Im Jahr 2005 eröffnete zudem in Neutal ein Museum für Baukultur, wo pensionierte Feuerungsmaurer der interessierten jungen Generation ihr Wissen weitergeben. Einerseits sind hier Werkzeuge und Ausrüstungen, wie die speziellen Holzschuhe oder der „Molotow“-Hammer ausgestellt, andererseits erfährt man aber auch einiges über den Alltag des wandernden Feuerungsmaurers. Die außerordentliche Bedeutung dieses Berufsstandes wurde auch von der österreichischen UNESCO-Kommission anerkannt und in das Verzeichnis des nationalen Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

 

Verein Stein auf Stein

 

Hauptstraße 47

7343 Neutal

T +43 (0)2618/24140

info@muba-neutal.at

 

Links

 

-> Museum für Baukultur Neutal

www.muba-neutal.at

-> UNESCO Nationalagentur

www.muba-neutal.at

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