Stinatzer Ostereier


 

Kunstvoller Osterschmuck

 

Wie alt die Tradition des Einkratzens von Mustern in gefärbte Ostereier schon ist, kann niemand genau sagen. Auch als Erika Stipsits, einer der vier aktiven Kunsthandwerkerinnen in Stinatz, als Kind danach fragte, lautete die Antwort: „Das hat’s schon immer gegeben…“. Bereits die Mutter von Erika Stipsits fertigte für das Osterfest diese typischen Eier an und gab ihr Wissen und ihre Erfahrung an ihre drei Töchter weiter. Mit ungefähr acht Jahren begann Erika Stipsits, selbst Eier zu gestalten, aber es dauerte fast vier Jahre, bis sie dieses Handwerk beherrschte, denn es braucht viel Übung und Geduld, bis es gelingt, kunstvolle Muster in die Eier hineinzukratzen.

„Wenn man mit Brauchtumspflege aufwächst, ist es selbstverständlich, die Tradition weiterzutragen“, meint Erika Stipsits. Um diese zu bewahren, organisierte die Stinatzerin auch Kurse, doch die meisten Kursteilnehmer gaben bald auf – woran erkennbar wird, wieviel Talent und Ausdauer verlangt ist. Nun hofft Erika Stipsits auf ihre Enkeltöchter als künftige Trägerinnen dieses Kunsthandwerks.

 

Nach dem Ausblasen der Eier – hauptsächlich von Hühnern, aber auch von Gänsen und neuerdings Straußen – werden sie gefärbt. Die Hauptfarben in früherer Zeit waren rot, violett und schwarz – die Wahl der Farben bezog sich auf die christliche Farbsymbolik. So steht rot für die Auferstehung, violett ist die Farbe der Fastenzeit und schwarz wurde verwendet, wenn ein Verwandter vor Ostern verstorben war. Dass der Tod in alle Traditionen eingebracht wird, kann man als typisch für die kroatische Kultur in Stinatz ansehen. Heute werden die ausgekratzten Flächen der schwarzen Eier mit den Farben der Stinatzer Tracht bemalt.

 

Ein großes Repertoire an Mustern, die in die Eier gekratzt werden, zeichnete Erika Stipsits als junges Mädchen von den Ostereiern einer alten Stinatzerin ab – hauptsächlich sind es Blumenmotive, Rosetten, religiöse Motive wie Kreuz und Kelch sowie ornamentale Muster wie Bordüren. Insgesamt 250 Motive hat Erika Stipsits heute in einer Mappe gesammelt, die man als bedeutendes Archiv der Stinatzer Eierkratzmuster bezeichnen kann.

Die Muster werden mit alten Rasiermessern gekratzt, deren Klinge mit Tüchern umwickelt ist. Sechs Wochen vor Ostern beginnt Erika Stipsits mit der Gestaltung der Eier: Insgesamt entstehen in dieser Zeit ungefähr 500 Stück. Auch wenn dies eine anstrengende Zeit und Arbeit ist, so sagt sie: „Solange ich’s mit Liebe mache, solange mach ich’s.“ Das Leuchten in ihren Augen deutet darauf hin, dass die Tradition durch sie noch lange lebendig gehalten wird.

 

 

 

Erika Stipsits

 

Hauptstraße 196

7552 Stinatz

T +43 (0)664/4065176

 

Links

 

-> Gemeinde Stinatz

gemeinde.stinatz.at

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