Die Stinatzer Hochzeit


 

Wie Burgenlandkroaten den Bund für’s Leben feiern

 

Seit jeher feiern die Burgenlandkroaten aus Stinatz ihre Hochzeiten mit einem besonderen Ablauf, der sich bis zum heutigen Tag erhalten hat.

 

Als Schmuck für die Hochzeitsgäste und das Brautpaar werden Rosmarinzweige angesteckt, die im Morgentau gepflückt werden müssen. Ein wichtiger Bestandteil der Stinatzer Hochzeit sind die Kränzler, die meist zur engeren Verwandtschaft gehören. Früher gab es vier Kränzlerpaare, heute meistens drei. Mitunter kann es vorkommen, dass das jüngste Kränzlerpaar erst in den Kindergarten geht. Die wichtigste Funktion haben der Hauptkränzler, stočilo genannt, und die Brautführerin, posnašnica. Die Kränzler werden ausreichend bestaunt, bevor sie das Haus verlassen, man stößt die ersten Male an und Lieder werden gesunden. In das Haus des Hauptkränzlers kommt eine Blasmusikkapelle und gemeinsam machen sie sich auf den Weg, die Brautführerin abzuholen. Danach geht es weiter zum Haus des Bräutigams und jenem der Braut, um diese auszulösen.

 

Eine weitere Besonderheit der Stinatzer Hochzeit betrifft die Messe, die für einen Verstorbenen gelesen wird: Die Nähe von Tod und Leben gehört zur Stinatzer Kultur. Sobald das Brautpaar aus der Kirche herauskommt, singt die Stinjačko kolo (Stinatzer Reigen) mehrere traditionelle Stinatzer Lieder und tanzt dazu. Der Zug der Hochzeitsgesellschaft geht weiter zum Gasthaus, wo schon zahlreich andere Dorfbewohner warten, denn nun wird gemeinsam getanzt und von den Tänzern Wein ausgeschenkt. Die Lieder folgen einer festgesetzten Reihenfolge: Zuerst ertönt der „Leobnermarsch“ und danach „Derite se čzisme moje“. Diesem Lied geht ein Segensspruch des Pfarrers voran, woraufhin Weinflaschen auf den Boden geworfen werden und auf den glücksbringenden Scherben weitergetanzt wird. Die folgenden Lieder, die bei keiner Hochzeit fehlen, gehören ebenso zum traditionellen burgenlandkroatischen Liedgut: „Udvest, udvesti“,

„Mare kej si bila – Mitzl wo bist gwen“, „Junak ide na vojnicu“, „Imala sam prsten“ und „Drunt im Burgenland“.

 

Nach einer guten Stunde wird die Hochzeitsgesellschaft zu Tisch gebeten, wo es die traditionellen Speisen wie Rindfleisch mit kasa und Schweinsbraten gibt.

In früheren Zeiten, als es noch keine Gasthäuser gab, gingen die Köchinnen zwei Mal mit einer Schöpfkelle von Gast zu Gast und sangen für jeden ein Lied zu seiner aktuellen Lebenssituation. Oftmals hatten diese Lieder so traurige Inhalte, dass die gesamte Hochzeitsgesellschaft zu weinen begann. Diese Ambivalenz zwischen Freude und Trauer gehörte und gehört noch immer zur Stinatzer Hochzeitsfeier.

 

Folklore Ensemble Stinjacko Kolo

Bachgasse 10

7552 Stinatz

T +43 (0)664/4022633

stinjackokolo@hotmail.com

 

Links

 

-> Folklore Ensemble Stinjacko Kolo

www.kolo.at

-> Gemeinde Stinatz

gemeinde.stinatz.at

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