Ulrichsquelle Heiligenbrunn

Es ist eigentlich kein Wunder, dass sich in der Gegend die Kelten niederließen. Dort, wo sie siedelten, musste es "heiligen" Boden mit einer Quelle geben. Heiligenbrunn ist die Heimat des Uhudlers. Der Wein wird aus fast verschwundenen Rebsorten gekeltert und schmeckt leicht nach Erdbeeren. Das Kellerviertel hat ganze 80 strohgedeckte, denkmalgeschützte Weinkeller, die alle bewirtschaftet werden. Die Kellergasse mit ihren lehmbeworfenen Holzblockbauten gehört zu den schönsten des Burgenlandes. In der Landschaft mit Ziehbrunnen findet man das Geheimnis unberührter Natur. Schon im Jahre 1198 wird in einer Urkunde erwähnt, dass der Bischof von Raab, Ugrinus, aus dem Geschlecht der Chak, den Zisterziensern von St. Gotthard eine "heilige Quelle" samt der dortigen Kapelle geschenkt habe. Diese Quelle befand sich im heute noch "Heiligenbrunn" genannten Ort im Südburgenland. Wem die Kapelle geweiht war, steht in der Urkunde nicht.

Sie könnte dem deutschen heiligen Ulrich geweiht gewesen sein, der im Jahre 993 heiliggesprochen wurde. Auch heute noch wird sie Ulrichskapelle genannt. Die Anlage wurde im Laufe der Jahre mehrmals renoviert. Heilungen hat es während der 800-jährigen Wallfahrt immer gegeben. Genaueres weiß man allerdings nur über den Augenarzt Ladislaus Batthyány-Strattmann, der vor etwa 100 Jahren alle Menschen zur Quelle schickte, bei denen er mit seinem Latein am Ende war. Das Wasser, der unterhalb der Ulrichs-Kapelle hervorsprudelnden Quelle ist rechtsdrehend und gilt als heilkräftig.

Besonders bei Augenleiden spricht man dem Wasser wirksame Heilung zu. Auch heute gehen noch viele Heiligenbrunner zur Kapelle, um sich dieses erfrischende Nass zu holen. Radiästhetische Untersuchungen des Wassers ergaben eine 100%ige Heilkraft, die mit der von Lourdes ident sein soll. Als man die Quelle nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl untersuchte, fand man sie unbeschadet und unbeeinträchtigt (was man nicht von allen Quellen sagen kann). Man vermutet in ihr die Eigenschaft, 90 bis 92% der für den Körper schädlichen Stoffe ableiten zu können. Dies ist keine von der offiziellen Wissenschaft untermauerte Erkenntnis, trotzdem gibt es sehr viele Menschen, die sich dieser Auffassung anschließen und "Heiligenbrunner Wasser" wie Medizin zu sich nehmen. Dabei gehen die empfohlenen Mengen von einem Fingerhut bis zu 1/8 l täglich.

Die ganze Gegend leidet unter fallweise anhaltender Trockenheit, es gibt insgesamt zu wenig Wasser, die Quelle kommt allerdings trotzdem ausreichend und lebendig aus dem Schoß der Erde. Alles ist liebevoll gepflegt und renoviert. Hohe Bäume, Bänke zum Rasten, wilde Pflanzen um den sakralen Raum - der Kraftplatz ist beeindruckend stark. Drei Stufen führen im Halbkreis hinab zu einem Gitter unterhalb der Kapelle, auf dem man Kanister und Flaschen abstellen und befüllen kann.



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