Blaudruckerei Koó
Der Indigo-Handblaudruck - Ein burgenländischer Beitrag zum UNESCO-Kulturerbe.

Sobald man die Blaudruck-Werkstatt der Familie Koó im burgenländischen Steinberg betritt, wähnt man sich in einer vergangenen Zeit. Man befindet sich aber nicht in einem Museum, sondern einem Betrieb, der nach wie vor so arbeitet wie vor hundert Jahren. Wenn auch in den letzten Jahrzehnten der traditionelle Blaudruck europaweit fast völlig zu Erliegen kam, sind die Produkte der Familie Koó hoch begehrt.

2010 wurde die Blaudruckerei unter der Bezeichnung „Burgenländischer Indigo-Handblaudruck“ vom UNESCO-Fachbeirat in die Liste "immaterielles Kulturerbe in Österreich" (Traditionelle Handwerkstechniken) aufgenommen. Das Bedrucken von Stoffen kann in Europa bis ins sechste Jahrhundert zurückverfolgt werden.

Die heutige Form verbreitete sich im 17. Jahrhundert aufgrund von regen Handelsverbindungen mit Indien. Da aufwändige Stickereien und teure Stoffe der wohlhabenden Bevölkerung vorenthalten waren, etablierten sich die bedruckten Textilien im Kreis der ärmeren ländlichen Bevölkerung. Damals waren solche Blaudruckereien in vielen österreichischen und ungarischen Ortschaften zu finden. Die hier erzeugten Kleider trugen die Burgenländer sowohl im Alltag als auch in der Arbeit.

Heute ist in ganz Europa nur mehr eine Hand voll Werkstätten übrig geblieben. Eine davon ist die Färberei der Familie Koó im Burgenland (Gründungsjahr 1921).

 



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